Schulleben


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Versuch: Blütenzauber


zu diesem Versuch steht ein Arbeitsblatt aus dem PdN-Ch. 8/47. Jg. 1998 vom Aulis Verlag Deubner bereit

Das Cyanidin ist ein weitverbreiteter Vertreter der Anthocyanidine.
Seiner Anwesenheit verdanken neben vielen Blumen auch Brombeere, Himbeere, Erdbeere und Kirschen ihre farbigen Früchte. Durch pH-Änderung wird die Molekülstruktur geändert und damit die Lichtabsorption.

Wellenlänge in nm
absorbiertes Licht
sichtbare Farbe
400 - 440 violett gelbgrün
440 - 480 blau gelb
480 - 490 grünblau orange
490 - 500 blaugrün rot
500 - 560 grün purpur
560 - 580 gelbgrün violett
580 - 595 gelb blau
595 - 605 orange grünblau
605 - 750 rot blaugrün

Versuchsbeschreibung:

Blumen vor der Behandlung
  1. Zwei abdeckbare Kolben werden mit konzentrierter Salzsäure (HCl konz.), einer mit Ammoniak (NH3) zu ca. 1cm befüllt. In die Flüssigkeit wird je ein Becherglas gestellt, in dieses der jeweilige Blütenstengel. Die Kolben werden mit einem Glasdeckel verschlossen.
  2. Die Blüte aus dem Ammoniak-Kolben wird mit einer Salzsäure-Blüte getauscht.



rote Rose in CHl rote Rose in NH3 Anemone in HCL Versuchsaufbau

Rose + HCl

Rose + NH3

Anemone + HCl

Beobachtung:

Die Färbung der Blüten ändert sich.
Die Ammoniak ausgesetzte Rosenblüte färbt sich blau, die im Salzsäure-Kolben ändert ihre Farbe kaum. Sie wird nur leicht aufgehellt. Die Blüte der Anemone färbt sich deutlich violett.

zwei Kolben; links: rote Rose in HCl; rechts: blaue Rose in NH3

links: Rose in HCl; rechts: Rose in NH3


Rose vor dem Kontakt mit NH3 Rose nach dem Kontakt mit NH3 - bläulich violett

Rose vor dem Kontakt mit NH3

...und danach

Nach dem Tauschen der Anemone mit der "blauen" Rose färbt sich erstere sichtlich grün, während die blaue Rose ihre Farbe nicht verändert. (irreversibel?)

drei Kolben

außen: HCl; mitte: NH3

Anemone vor dem Kontakt mit NH3 Anemone nach Kontakt mit NH3 grünlich

Anemone vor dem Kontakt mit NH3

...und danach

Erklärung:

Wie bereits erwähnt ist der absorbierte Wellenlängenlängenbereich beim Cyanidin-Molekül pH-Wert-anhängig.
Ammoniak- bzw. Salzsäuredampf steigen vom Boden auf und wirken auf die Blüten und damit den dort angelagerten Cyanidin-Farbstoff ein.
Es wird dabei die Molekülstruktur des Cyanidin-Moleküls verändert. Bei der Anemone werden die in einem alkalischen Medium (NH3) absorbierten Wellenlängen länger. Die sichtbare Farbe verschiebt sich von blau nach grünblau. (s. Tabelle oben)
Die Farbe der Rose änderte sich im sauren Medium kaum. Ihre Farbe wechselte im alkalischen Medium von rot nach blau. Auch hier wurden die absorbierten Wellenlängen damit durch ein alkalisches Medium länger. Aufgrund der Stabilität der roten Blütenfarbe im sauren Medium kann darauf geschlossen werden, dass Cyanidin im sauren pH-Bereich die sichtbare Farbe rot besitzt.
Die Anemone änderte ihre sichtbare Farbe sowohl bei HCl als auch bei NH3. Dies lässt vermuten, dass das Cyanidin in der Anemone naturgemäß in einem neutalen Medium ist.

Cyanidin in Rosenblüten ist damit in einem sauren Medium von pH<7.
Cyanidin in Anemonen ist in einem neutralen Medium bei ca. pH 7.

(Versuche unter Anleitung von Frau G. Ehlers)

Impressionen aus dem Chemie-Unterricht:

Frau Ehlers schneidet die Blumen an Farbstoff extrahiert aus Rotkohl
Tafelbild 2
Daniel Hinrichsmeyer
Schülerwährend des Unterrichts