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Besuch aus Fécamp


Im April fand der erste Teil des Frankreichs-Austauschs statt.

Seit zwei Tagen regnet es in Strömen (und es soll noch eine Woche weiterregnen) nach fast vier Wochen Schönwetterperiode. "Das kann ja heiter werden", sagen paradoxerweise einige der rund 50 Eltern und 33 Kinder, die unter vielen bunten Regenschirmen auf ihre Gäste aus der Normandie warten. Pünktlich um 19.30 Uhr hält dann ein orangefarbener Bus mit einem wunderschönen aufgemalten Wikingerboot, und man hat endlich Gelegenheit, seine "Corres", die man nur von 1-2 Briefen oder E-Mails kennt, mit Küsschen hier und Küsschen da zu begrüßen, wie man es extra geübt hat; bei den Jungen bleibt es erstmal bei einem freundschaftlichen Handschlag.

Fecamp

Gleich am nächsten Morgen - die lange Reise noch in den Knochen - heißt es für die eine Hälfte der Gruppe mitsamt ihren deutschen Freunden schon wieder Bus fahren, denn in Lüneburg warten schon zwei "Guides" darauf, sie durch Salzmuseum und Rathaus zu führen, und zwar auf Französisch, weil es sonst doch noch etwas schwierig wäre bei all dem Fachvokabular und der Vollständigkeit halber auch kurz auf Deutsch. Zwei Führungen hintereinander, fast drei Stunden Zuhören will gelernt sein, aber mit etwas Höflichkeit übersteht man ja alles; vor allem ist die Stadt ja wirklich "vachement belle" (wörtliche Übersetzung: kuhhaft schön)!

Die andere Hälfte drückte derweil die Schulbank, aufgeteilt in Dreiergruppen auf die Klassen 7-9. Man bewunderte das großzügige Gebäude (war ja auch gerade erst renoviert worden nach all den zwei Jahren seit Erstbezug) und staunte über den doch ein wenig anderen Unterrichtsstil, ist man in Frankreich doch eher an Lehrer gewöhnt, die große Teile des Unterrichts selbst bestreiten und bei denen Schüler sehr viel mitschreiben müssen, um die häufig stattfindenden "interrogations" (Tests) bestehen zu können. Auch dass Lehrer Aufsichten führen und Vertretungsstunden erteilen, war für die meistens bemerkenswert, denn dafür gibt es in Frankreich eigens sogenannte "surveillants" (wörtlich: Überwacher).

Am nächsten Tag fand das gleiche Programm umgekehrt statt: Die Klasse 8d fuhr mit ihren Austauschpartnern nach Lüneburg, während die 8c mit ihren Gästen zur Schule ging.

Aus vielen Gesprächen mit den französischen Schülerinnen und Schülern ging schon nach 1-2 Tagen hervor, wie wohl sie sich in ihren Gastfamilien fühlten und dass die Jugendlichen sich fast ausnahmslos gut verstanden und in Deutsch, Französisch, Englisch und mit Händen und Füßen miteinander kommunizieren konnten. Lediglich mit dem Appetit haperte es bei einigen wenigen; französische Mägen sind offenbar einfach auf Schwarzbrot und Co. nicht eingestellt, es sei denn, man gibt ihnen einige Monate Zeit.

Fecamp

Am Donnerstag war es endlich soweit. Man wurde richtig offiziell begrüßt, und zwar von Bürgermeister und Schulleiter, was wegen des Abiturs an den beiden Vortagen nicht möglich gewesen war. Selbst die Presse war anwesend und schrieb zwei Tage später einen ganz netten Artikel mit der unsäglichen Überschrift "Diese Stadt ist ja so sauber". Peinlich, wenn man weiß, dass das Stadtbild Fécamps überwiegend von schönen alten Häusern gekennzeichnet ist, deren "Patina" von uns nicht als Schmutz wahrgenommen wurde ...

Am Abend gab es dann das lang und bang erwartete Fest mit Gesang (La ballade des gens heureux - Die Eltern bekommen dafür eine 2+), mit "Bauchtanzgruppe", mit Kunstturnvorführung und einer spontanen RAP-Einlage eines jungen Franzosen, der stürmisch bejubelt wurde (außer von einer französischen Lehrerin, die wohl den Text sehr gut verstanden hatte). Aber RAP ist vielleicht auch nicht dazu gedacht, irgendwelche Nettigkeiten zum Ausdruck zu bringen. Neben reichlich gutem Essen gab es auch Zeit zum Tanzen für die Jugend und für Gespräche zwischen Lehrern und Eltern, die zeigten, dass der Austausch als sehr gelungen betrachtet werden kann.

Fecamp

Am Freitag war das Ziel endlich die Stadt, von der alle französische Schüler schon so viel gehört hatten, da sie insbesondere ihrem Schulleiter und ihrem "Histoire-géo"-Lehrer so gut gefallen hatte, als sie im November letzten Jahres den Austausch mit uns vorbereiteten, nämlich Hamburg. Drei Stunden lang wurde man von einem Mitarbeiter der Statt-Reisen kreuz und quer durch die Innenstadt gelotst und erfuhr in allerbestem Französisch alles über Geschichte und Wirtschaft der Freien und Hansestadt, und sonst noch allerlei Wissenswertes und Amüsantes, und zwar in einer Weise, die jungen Leuten von 14-15 Jahren angemessen war und sie nie ermüdete.

In einer guten Stunde Freizeit konnte man schnell noch einige Andenken und Geschenke kaufen, während die Lehrer dem Ratskeller zustrebten, um sich mit echt norddeutschem Essen zu stärken (Matjes!). Als Vorspeise gab es einen Fast-Zusammenstoß mit dem Hamburger Bürgermeister Ole von Beust. Das fanden die französischen Gäste sehr gut getimed und fragten nur noch nach dem roten Teppich!

Während die Lehrer den Abschlusstag in Lübeck verbrachten, um dort die Möglichkeiten für den Austausch im nächsten Jahr auszuloten, vergnügten sich die meisten Schüler, deutsche wie französische, in der Heide, genauer gesagt im Heidepark. Pourquoi pas? Das Wichtigste ist und bleibt eben, dass man gemeinsame Dinge unternimmt und darüber spricht; Umgebung und Wetter sind dann eher nebensächlich. Kein Wunder, wenn schließlich der Abschied schwerfällt, auch wenn man sich erst eine Woche kennt und in sechs Wochen schon wiedersieht! Selbst der französische Busfahrer, übrigens ein sehr netter, konnte sich vorstellen, noch ein paar Tage "auf das gute Essen seiner Frau zu verzichten".

Eine Fortsetzung folgt, wenn unsere 8-Klässler aus Frankreich zurückgekehrt sein werden; dann sollen sie selbst von ihren Erfahrungen in Fécamp, Étretat, Caen, Honfleur und Rouen berichten!